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Erdbeobachtung für Gesellschaft und Politik: Geographisches Institut beim Treffen des Arbeitskreises Fernerkundung 2026

Die AG Urbane Fernerkundung war mit zwei Vorträgen, einem Poster und der Early Career Researcher Session am Thünen-Institut in Braunschweig vertreten.

Dr. Rotimi Obateru, Jun.-Prof. Valerie Graw, Jonas Siethoff
Die Teilnehmenden des Geographischen Instituts mit der Büste von Johann Heinrich von Thünen, v. l. n. r.: Dr. Rotimi Obateru, Jun.-Prof. Valerie Graw, Jonas Siethoff.
Die Teilnehmenden des Geographischen Instituts mit der Büste von Johann Heinrich von Thünen, v. l. n. r.: Dr. Rotimi Obateru, Jun.-Prof. Valerie Graw, Jonas Siethoff.

Welchen Beitrag können Erdbeobachtungs- und Umweltdaten für Gesellschaft, Politik und nachhaltige Landnutzung leisten? Diese Frage war das Leitthema des diesjährigen Treffens des Arbeitskreises Fernerkundung der Deutschen Gesellschaft für Geographie (DGfG). Vom 7. bis 8. Oktober 2026 kamen knapp 100 Teilnehmende am Thünen-Institut in Braunschweig zusammen, um sich über ihre aktuellen Arbeiten in der Fernerkundung auszutauschen. Die AG Urbane Fernerkundung des Geographischen Instituts steuerte zwei Vorträge und ein Poster bei. Darüber hinaus organisierte die AG eine Session für Nachwuchsforschende.

Gastgeber war das Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei. Organisiert wurde das Treffen von Stefan Erasmi, Marcel Schwieder und ihrem Team. Über zwei Tagen deckte das Programm ein breites Spektrum der angewandten Fernerkundung ab: Die sieben thematischen Sessions reichten vom Waldmonitoring über resiliente Landwirtschaft bis hin zu naturbasierten Lösungen. In ihrer Keynote adressierte Dr. Katja Berger vom GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung die Aktualität der sogenannten „Last Mile Gap“, also der Herausforderung, wie wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Erdbeobachtung tatsächlich in gesellschaftliche und politische Entscheidungen einfließen können.

Das Geographische Institut der Ruhr-Universität Bochum war mit drei Forschenden vertreten. Jun.-Prof. Valerie Graw (Urbane Fernerkundung) stellte ihre Forschung zur Detektion von Kipppunkten in gekoppelten urbanen Systemen am Beispiel der kaskadierenden Effekte dürrebedingter Stromausfälle in Ecuador vor. Rotimi Obateru, Gastwissenschaftler von der University of Ibadan, Nigeria, zur Hospitation an der AG Urbane Fernerkundung, präsentierte wie die Modellierung urbaner Landschaftskonnektivität zum Schutz der Biodiversität in gefährdeten tropischen Städten beitragen kann. Jonas Siethoff (Urbane Fernerkundung) präsentierte ein Poster zur Segmentierung von kleinen Bergbaugebieten (Artisanal and Small-Scale Mining) im ecuadorianischen Amazonasgebiet mithilfe von Radarfernerkundung und Geospatial Artificial Intelligence (GeoAI).

Neben den wissenschaftlichen Beiträgen bot das Treffen auch Raum für den Austausch unter Nachwuchsforschenden. Jonas Siethoff leitete die Early Career Researcher (ECR) Session, die er gemeinsam mit Dr. Stefanie Steinbach (Urbane Fernerkundung) konzipiert und vorbereitet hatte. Um die Teilnehmenden miteinander zu vernetzen, setzte die Session auf fünf interaktive Stellwände zu unterschiedlichen Themen. Absolventinnen und Absolventen, Promovierende sowie Postdocs am Anfang ihrer Laufbahn sammelten gemeinsam Finanzierungsquellen, verglichen ihre präferierten Arbeitsweisen und diskutierten, inwiefern ihre Erwartungen an die Betreuung mit der Sicht ihrer Betreuenden übereinstimmen. An einer thematischen „I messed up“-Stellwand teilten die ECRs ihre Erfahrungen, mit dem Ziel, dass andere ähnliche Fehler vermeiden können. Auf einer Weltkarte zeigten die Teilnehmenden, wo und woran sie forschen, um mögliche Synergien aufzuzeigen. Die Ergebnisse der ECR Session werden digitalisiert und der Community zur Verfügung gestellt. Die LinkedIn-Gruppe „AK Fernerkundung ECRs“ steht allen ECRs aus der Fernerkundung im DACH-Raum (Deutschland, Österreich und Schweiz) offen. Sie soll den Austausch über die Tagung hinaus fortführen und der nächsten Generation von Forschenden helfen, sich frühzeitig vernetzen zu können.

Ein herzlicher Dank geht an das Organisationsteam und das Thünen-Institut für zwei gelungene Tage in Braunschweig. Weitere Informationen sowie das vollständige Programm sind auf der Webseite des Arbeitskreises Fernerkundung hier abrufbar.



28. Oktober 2026
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Autor:in:
Jonas Siethoff

Schlagworte:
Urbane Fernerkundung, GI-News
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