„Design the Future, Together“ – Unter diesem Leitmotiv unserer Partneruniversität trafen sich im Jahr des zwanzigjährigen Jubiläums gemeinsamer Summer Schools zu metropolitanen Transformationsprozessen 15 Masterstudierende der Vertiefungsrichtung Stadt- und Regionalentwicklungsmanagement mit 9 Studierenden der Fachrichtung Policy and Planning Sciences der Universität Tsukuba vom 15. bis 20. September 2025 in Tokyo. In Fortsetzung der Summer School Ruhr lautete das Leitthema: „Creating Sustainable Metropolitan Futures: Challenges, Success Conditions and Pitfalls of Urban Transformation and Governance“. Die Bearbeitung erfolgte im engen Austausch mit Expert:innen aus der Wirtschaft, Stadtplanung, Zivilgesellschaft und Wissenschaft. Dieser war eingebunden in Field Work mit Expert:inneninputs, Diskussionsrunden sowie Gruppenarbeiten. Erstmals wurde auch das Format des Challenge-Based-Learning zur vergleichenden Analyse der Leitbilder, Strategien, Konzepte und Projekte einer nachhaltigen und resilienten Innenstadtentwicklung in Bochum und Tsukuba integriert.
Geleitet wurde die Summer School von Prof. Dr. Uta Hohn und Prof. Dr. Sayaka Fujii. Zur Vorbereitung hatten die japanischen Studierenden im Vorfeld einen englischsprachigen Reader erarbeitet und in „Teams of the Day“ unterschiedliche inhaltliche und organisatorische Aufgaben übernommen. Während der Summer School arbeiteten die Studierenden der RUB sowie der Universität Tsukuba gemeinsam lernend in interdisziplinären Gruppen zusammen, wobei Team Work und der internationale Austausch im Fokus standen.
Transformationsprozesse an der Waterfront einer Global City (14. und 15.09.)
Urban Renaissance-Politik und Corporate Urbanism im Zentrumsbereich der Global City – Azabudai Hills, Toranomon Hills und OMY (16.09.)
Behutsame Stadterneuerung (Machizukuri) und Stadtumbau (Saikaihatsu) im katastrophengefährdeten und dicht überbauten Holzhausgürtel Tokyos – Kyôjima im Bezirk Sumida (17.09.)
Urbane Transformationsprozesse in Postsuburbia – Kashiwa Village und Kashiwa-no-ha Smart City (Präfektur Chiba) (18.09.)
Stadtentwicklungsprozesse im Zentrumsbereich der Wissenschaftsstadt Tsukuba und in Kenkyugakuen (19.09.)
Strategien und Projekte für eine zukunftsfähige Weiterentwicklung des Zentrumsbereichs der Wissenschaftsstadt Tsukuba und Abschlussworkshop zu beiden Summer Schools (20.09.)
In der Nachbereitung erstellten die Studierenden nun Abschlussberichte zu ausgewählten Transformationsthemen aus der Perspektive einer international vergleichenden Metropolenforschung. Dem Team des Challenge-based Learning zur Zukunft der Innenstädte in den Wissenschaftsstädten Bochum und Tsukuba kam die besondere Aufgabe zu, die Ergebnisse am 28. Januar im Rahmen einer öffentlichen Abendveranstaltung inklusive Posterpräsentation im ISEK-Büro der Stadt Bochum einem Kreis von Expert:innen und Bochumer Bürger:innen vorzustellen. Es wurden Handlungsempfehlungen formuliert, die sich in acht Bereiche gliedern lassen:
Zu den konkreten Maßnahmen mit Transferpotential für eine zukunftsfähige Innenstadt gehören beispielsweise: Reallabore und Showrooms wissensbasierter Entwicklungen, mobile Stadtmöbel zur Ermöglichung von Begegnung im öffentlichen Raum, Orte des Willkommens mit entsprechender Sichtbarkeit und Gestaltung, Events und Festivals im Zeichen der Wissenschaftsstadt, aber auch einladenden, saubere kostenlose öffentliche Toiletten, wie sie in Japan üblich sind.
Im Anschluss an die Präsentation entwickelte sich eine intensive Diskussion, in der insbesondere die Umsetzbarkeit innovativer Ideen thematisiert wurde. Ein zentraler Diskussionspunkt war, dass trotz vieler überzeugender Konzepte und Ansätze zahlreiche Ideen in der Praxis nicht realisiert werden, da in der derzeitigen städtischen Gestaltungspraxis häufig kein Raum für Experimente und für das Lernen auch aus Fehlern besteht.
Abschließend wurden die im Rahmen der Summer School erarbeiteten Poster gemeinsam betrachtet und diskutiert, auf denen die Analysen, Vergleiche und Handlungsempfehlungen visuell zusammengefasst waren. Der Abend zeigte eindrücklich, wie wertvoll der Austausch zwischen Studierenden, Planungspraktiker:innen und lokalen Akteur:innen ist und welchen Beitrag studentische Arbeiten zur Weiterentwicklung von Wissenschaftsstädten leisten können.
Die Summer Schools in Bochum und Tsukuba boten 2025 erneut die Möglichkeit, zu einer Vielzahl von Themenkomplexen metropolitaner Transformation und ihrer Governance mit Expert:innen aus der Praxis in Austausch zu treten. Hierzu zählten Vertreter:innen von Unternehmen, Stadtverwaltungen, Start-up Organisationen, Nachbarschaftsvereinigungen, NPOs und PPAPs sowie engagierte Bürger:innen. Die Reflexion fand in Japan gemeinsam mit Wissenschaftler:innen der Universität Tsukuba statt. Die Kombination von Expert:innenvorträgen, Diskussionsrunden und Gruppenarbeiten sowie die Bildung von Teams of the Days, die tägliche Formulierung von Zwischenergebnissen sowie der vergleichend reflektierende Abschlussworkshop und die Präsentation der Ergebnisse des Challenge-based Learning zur zukunftsfähigen Innenstadtentwicklung der Wissen(schaft)sstädte Bochum und Tsukuba trugen auf vielfältige Weise zum Erkenntnisgewinn bei.