Diese Frage stand im Zentrum der Disputation von Dr. Andreas Wettlaufer (2. v. re.), der mit seinem vorweihnachtlichen Vortrag im Dezember nicht nur das Jahr, sondern auch sein Promotionsvorhaben erfolgreich abschloss.
Unter dem Titel „Bildungsungleichheit und Schulsegregation in Deutschland" präsentierte er die Ergebnisse seiner Untersuchung in einer Ruhrgebietsstadt. Grundlage der Analyse waren umfangreiche Verwaltungsdaten zu 22.417 Schüler:innen an 87 Grundschulen einer Großstadt, eine quantitative Elternbefragung in einem sozial diversen Stadtteil, qualitative Elterninterviews sowie Expert:inneninterviews mit Schulverwaltung und Schulleitungen. Alle Daten wurden im Rahmen eines DFG-geförderten Projekts in Zusammenarbeit mit dem ILS – Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung in Dortmund erhoben.
Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die freie Schulwahl die bereits bestehende Wohnsegregation zusätzlich verschärft. Insbesondere mittlere und höhere soziale Milieus meiden häufiger Schulen mit einem hohen Anteil benachteiligter oder migrantischer Kinder und tragen so maßgeblich zur Schulsegregation bei.
Besonders betroffen von diesen Dynamiken sind muslimische Kinder aus einkommensschwächeren Haushalten, die mehrfach selektiert werden.
Veröffentlicht wurden die Forschungsergebnisse in Artikeln der international renommierten Zeitschriften Urban Studies sowie Tijdschrift voor Economische en Sociale Geografie.