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Artikel über Nachtlichter in „Nature“ veröffentlicht

Studie untersucht erstmals Veränderungen der künstlichen Beleuchtung weltweit anhand von Satellitendaten in voller räumlicher und zeitlicher Auflösung.

Cover 9 April 2026 Press
Nachtlichter auf dem Titelblatt der aktuellen Ausgabe von „Nature“. © Nature
Nachtlichter auf dem Titelblatt der aktuellen Ausgabe von „Nature“. © Nature

Am Donnerstag wurde in der Fachzeitschrift „Nature“ ein neuer Artikel veröffentlicht, der sich mit künstlichen Lichtemissionen in der Nacht befasst. Der Artikel berichtet über Veränderungen der Lichtemissionen im Außenbereich im Zeitraum 2014–2022 anhand von Daten einer Reihe von Wettersatelliten, die von den US-Behörden NASA und NOAA betrieben werden. Frühere Studien, die solche Daten nutzten, untersuchten entweder globale Veränderungen der Beleuchtung auf Länder- oder Kontinentebene anhand von Monats- oder Jahresdaten oder aber Veränderungen auf kleinen räumlichen Skalen anhand von Tagesdaten. Die Autoren berichten, dass im Gegensatz zum aktuellen konzeptionellen Modell eines allmählichen globalen Anstiegs die Lichtemissionen bei hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung äußerst dynamisch sind, wobei viele Gebiete im Laufe der Zeitreihe mehrere Veränderungen in ihren Emissionstrends aufweisen.
Die Autoren stellten fest, dass die weltweiten Lichtemissionen im Beobachtungszeitraum um 16 % gestiegen sind. Dieses Ergebnis ergibt sich aus einem Anstieg der weltweiten Emissionen um 34 % in Gebieten, die heller wurden, der durch einen Rückgang der weltweiten Emissionen um 18 % in Gebieten, die dunkler wurden, ausgeglichen wurde. Europa war der einzige Kontinent, der über den gesamten Zeitraum dunkler wurde. Dieser Trend zur Verdunkelung wurde vor allem von Frankreich angeführt, wo die Emissionen von 2014 bis 2022 um 33 % zurückgingen. In Deutschland stiegen die gesamten Lichtemissionen in heller werdenden Gebieten um 8,9 % und sanken in dunkler werdenden Gebieten um 9,2%.
Die Studie wurde von Forschern der University of Connecticut geleitet. Zu den Mitwirkenden gehörten Prof. Christopher Kyba von der RUB, Theres Kuester vom GFZ Helmholtz-Zentrum für Geowissenschaften sowie Forscher der NASA und mehrerer Universitäten in den Vereinigten Staaten.

Studierende, die daran interessiert sind, Produkte von Nighttime Lights in ihren Abschlussarbeiten zu verwenden, werden gebeten, sich an Prof. Kyba zu wenden.



09. April 2026
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Autor:in:
Christopher Kyba

Schlagworte:
Nachtlichtfernerkundung, GI-News