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12.04.2021 11:30 Age: 33 Tage
Category: Geographie
By: Seckelmann

Sind Amazon & Co allein schuld?

Auch Outlet Center schaden unseren Innenstädten!


Die Preisübergabe erfolgte coronabedingt ohne Publikum und im Freien. Beteiligt waren (v. l. n. r.): G. Grundmann (Vorsitzender der Gesellschaft für Geographie und Geologie), Dekan Prof. Dr. M. Kiese, die Preisträgerin A. Haag und Prof. em. Dr. E. Kroß. (Foto: E. Wührl)

Wenn über Leerstände in Bochums Innenstadt geklagt wird, sind auch Forscher der Fakultät für Geowissenschaften unserer Ruhr-Universität gefordert. Ihnen geht es um die zentrale Frage: Wie entwickelt sich unsere Umwelt und wer ist verantwortlich? Eine Antwort darauf gibt Amelie Haag. Sie ist zwar erst Abiturientin am Martmöller-Gymnasium in Witten, aber sie hat mit ihrer Facharbeit den Sonderpreis der Fakultät für Geowissenschaften  für eine hervorragende Leistung gewonnen. Der Preis ist mit 500 EUR dotiert und wird von der Stiftung „Geowissenschaften in der Öffentlichkeit“ finanziert. Die preisgekrönte  Facharbeit zeigt, dass auch unter den Bedingungen der Pandemie in unseren Schulen herausragende Leistungen möglich sind.

Jeder, der auf der A3 gen Süden fährt, nimmt zwischen Frankfurt/Main und Würzburg ein künstliches Geschäftszentrum – das Designer Outlet Center Wertheim Village – wahr.

Amelie Haag untersuchte empirisch die Frage, ob diese Form des großflächigen Einzelhandels dem Leitbild des nachhaltigen Städtebaus entspricht und den Einzelhandel der Innenstadt von Wertheim ergänzt oder eine Konkurrenz darstellt. Diese Fragestellung ist auch auf andere Städte übertragbar. Amelie Haag begründet sehr differenziert ihr Fazit: Outlet Center sollten in Deutschland nicht genehmigt werden, sondern es sollte der Einzelhandel in den Innenstädten gefördert werden. So können Innenstädte als attraktive Lebensräume mit fußläufig erreichbarem Einzelhandel erhalten bleiben und regionale klein- und mittelständische Unternehmen gestärkt werden.

Die Fakultät für Geowissenschaften hat den Sonderpreis anlässlich der 15. Ausschreibung des Wettbewerbs „Beste Facharbeiten im Fach Geographie“, der von der Gesellschaft für Geographie und Geologie durchgeführt wird, gestiftet. Eigentlich sollte die Preisverleihung im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung der Fakultät für Geowissenschaften und der eng mit ihr verbundenen Gesellschaft für Geographie und Geologie schon im November 2020 erfolgen. Leider war das wegen Corona nicht möglich. So ist der Preis vor dem Audimax der Ruhr-Universität an die Preisträgerin übergeben worden. Es gratulieren (von links) der Dekan Prof. Dr. Matthias Kiese der Stifter Prof. em Dr. Eberhard Kroß und der Vorsitzende der Gesellschaft für Geographie und Geologie Günther Grundmann.