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06.10.2017 16:33 Age: 3 Jahre
Category: Geographie
By: Seckelmann

Das Handy als Exkursionsführer

Bochum in Vorreiterrolle bei der Digitalisierung in der humangeographischen Lehre


Das Handy als Exkursionsführer: Neue didaktische und technische Konzepte werden in der humangeographischen Lehre in Bochum erprobt und weiterentwickelt.

„Man könnte öfter solche Exkursionen anbieten“ ist eine der Verbesserungsvorschläge, die sich aus der Evaluation der Lehrveranstaltung „Stadt- und Regionalentwicklung“ im M. Ed.-Studium ergeben haben. Darin zeigt sich die überwiegend positive Bewertung des bisher eher noch ungewöhnlichen Exkursionsangebotes: Studierenden wird online Material zur Verfügung gestellt, mit dessen Hilfe sie selbständig – unabhängig von einer Gruppenveranstaltung – Exkursionen durchführen können.

Konkret hatten die Studierenden in diesem Sommersemester die Auswahl zwischen zwei Exkursionen: eine führte in Teilgebiete der Bochumer Innenstadt und des Bochumer Westends, die andere nach Dortmund-Hörde. Auf ihren Smartphones oder Tablets konnten die Studierenden unterwegs Karten und vorgeschlagene Routenführungen einsehen und erhielten zu den relevanten Exkursionsstandorten Informationen über Audiodateien. Ergänzend hatten sie die Möglichkeit über Selbstlernfragen ihre Vorkenntnisse aufzufrischen bzw. zu prüfen, ob sie das neu Erlernte richtig verstanden haben.

 

 

 

Freiheit für Studierende, Aufwand für Lehrende

Seit vier Jahren bindet Dr. Astrid Seckelmann diese Exkursionen in ihre Lehrveranstaltung ein und entwickelt sie auf der Basis der studentischen Evaluationen laufend weiter. Der technische Aufwand zur Gestaltung und regelmäßigen Aktualisierung ist hoch und wurde durch Förderungen aus dem RUBeL 5*5000 Wettbewerb möglich. Aus ihrer Sicht lohnt sich der Aufwand allerdings, denn ein Großteil der Studierenden ist dankbar für die Freiheit, die sie dadurch gewinnen: Die Exkursionen können an einem Tag und zu einer Zeit nach Wahl der Studierenden durchgeführt werden und es müssen sich an den Exkursionsstandorten nicht alle Teilnehmenden um die Exkursionsleitung drängen um mühsam mitzubekommen, was gerade thematisiert wird. Selbstbestimmtes Lernen im eigenen Tempo und mit eigener Schwerpunktsetzung ist möglich.

Es gibt aber auch einen kleineren Anteil, der Exkursionen in der klassischen Form bevorzugt, weshalb es sinnvoll ist, in Zukunft in einem Studiengang weiterhin beide Formen anzubieten. Die individuelle Durchführung einer digital gestützten Exkursion ist vermutlich überhaupt dann erst sinnvoll möglich, wenn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits erste angeleitete Geländeerfahrungen gesammelt und den „Blick für’s Gelände“ geschult haben.

 

Erfahrungen aus vier Jahren: Reflektion von Didaktik, Technik und Organisation

Beim Deutschen Kongress für Geographie 2017 in Tübingen hat A. Seckelmann das hinter der Exkursion stehende didaktische Konzept zur Diskussion gestellt (FS2: „Digital auf Exkursion: Neuer Wein in alten Schläuchen? Digitale Elemente in der Hochschullehre: Didaktisch-praktische Umsetzung)

Da diese Form des  digital gestützten Exkursionsangebotes an deutschen Hochschulen bisher kaum verbreitet, möglicherweise sogar einmalig ist, stieß der Erfahrungsbericht auf großes Interesse und führte zu konkreten Anregungen zur Weiterentwicklung.

Es zeigte sich, dass auch die anderen von A. Seckelmann in der humangeographischen Lehre eingesetzten digitalen Elemente (E-Learning-Einheiten, online-Abfragen in Präsenzveranstaltungen) für viele Kollegen aus anderen Städten noch Neuland sind.

Informationen zur praktischen und technischen Gestaltung der digital gestützten Exkursionen finden sich im „Lehrraum Geographie“ (lehrraum-geographie.de).