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Forschungsprojekte

    DFG-Projekt (ABGESCHLOSSEN 2018):

Empirische Planungskulturforschung in schrumpfenden Städten und Stadtregionen am Beispiel von Freiraum-, Wohnflächen- und Einzelhandelsentwicklungen

Ziel des DFG-Projekts ist es, theoretisch und empirisch fundierte Antworten auf die Frage zu generieren, inwiefern es beim Übergang von einer wachstumsorientierten zu einer auf Anpassung an mehrdimensionale Schrumpfungsprozesse ausgerichteten Planung zu einem Wandel lokaler und regionaler Planungskulturen kommt. Unter Berücksichtigung von Entwicklungspfaden und administrativ-hierarchischen Mehrebenenbezügen sollen die komplexen Wechselbeziehungen zwischen der institutionellen Welt des formellen Planungssystems und der institutionellen Welt informeller Diskurs- und Handlungskontexte analysiert werden.

Hierzu werden unter Anwendung eines akteurs- und institutionentheoretisch basierten Analysemodells die planungskulturellen Konfigurationen und Dynamiken auf kommunaler und stadtregionaler Ebene in vier Fallstudien (Gelsenkirchen, Saarbrücken, Halle (Saale), Chemnitz) vergleichend untersucht. Der Vergleich ist dreifach kontrastierend angelegt.

Erstens werden die Themenfelder Freiraum-, Wohnflächen- und Einzelhandelsentwicklung in den Fokus gerückt, sodass neue Erkenntnisse hinsichtlich der sektoralen Variationen planungskulturellen Wandels zu erwarten sind.

Zweitens bezieht das Projekt mit der Auswahl von Fallstudien aus den alten und neuen Bundesländern die möglichen Implikationen divergierender planungskultureller Entwicklungspfade sowie unterschiedlicher ökonomischer und demografischer Rahmenbedingungen der Schrumpfungsanpassung in den Vergleich ein.

Drittens werden je zwei Fallstudien mit einer ähnlichen Schrumpfungsgeschichte innerhalb der alten bzw. der neuen Bundesländer vergleichend analysiert, um Unterschiede in den Anpassungsstrategien aufgrund des je spezifischen lokalen und regionalen planungskulturellen Kontextes herauszuarbeiten.

    DFG-Projekt (abgeschlossen 2015):

Steuerung metropolitaner Transformationsprozesse im Kontext der japanischen Urban Renaissance-Politik am Beispiel der Region Kansai

In dem Forschungsprojekt soll die Steuerung metropolitaner Trans-formationsprozesse im Rahmen der Implementierung der japanischen Urban Renaissance-Politik aus akteurs- und institutionen­theoretischer Perspektive untersucht werden. Besondere Berücksichtigung finden dabei planungs­kulturelle Implikationen und raumstrukturelle Wirkungen. Damit leistet das Vorhaben einen grundlegenden Beitrag bezüglich der Frage der Konvergenz und Divergenz von urbanen Restrukturierungsprozessen in hoch entwickelten Staaten im Kontext vergleichbarer Herausforderungen, jedoch unterschiedlicher Planungs- und Governancekulturen.

Untersuchungsraum ist die polyzentrische Metropolregion Kansai mit den Kernstädten Osaka, Kobe und Kyoto. In einer Mehrebenenanalyse werden die Steuerung der Restrukturierung und ihre raumstrukturellen Folgen dargestellt:

Auf der Mikroebene wird untersucht, inwiefern die Einzelprojekte den postulierten Zielen der Urban Renaissance (UR) dienlich sind.

Auf der Mesoebene der jeweiligen Stadt werden die Pfadabhängigkeiten der UR-Politik und die lokalen planerischen Spielräume u.a. durch einen Vergleich von Osaka, Kobe und Kyoto dargestellt.

    Auf der Makroebene der Metropolregion steht die Frage im Mittelpunkt, inwiefern die mit der UR-Strategie verbundene Rezentralisierung hochrangiger Funktionen und die Reurbanisierung durch Wohnprojekte eine disparitäre Raumentwicklung fördern und mit Zielen der Nachhaltigkeit vereinbar sind.

Das stadt- und regionalwissenschaftliche Forschungsnetzwerk Ruhr (SURF): 

Das "Stadt- und regionalwissenschaftliche Forschungsnetzwerk Ruhr", kurz SURF, ist eine Vereinigung von raumwissenschaftlichen Forschungseinrichtungen im östlichen Ruhrgebiet, die sich im Sommer 2005 gegründet hat.

Zu der Vereinigung gehören die Fakultät Raumplanung der Technischen Universität Dortmund, das Geographische Institut der Ruhr-Universität Bochum und das ILS als Gründungsmitglieder. Im Sommer 2007 hat sich das Institut für Arbeit und Technik der Fachhochschule Gelsenkirchen dem Verbund als weiteres Mitglied angeschlossen. Diese Institute verstehen sich als Initiator und Motor zur Weiterentwicklung eines Forschungsnetzwerkes, das offen für weitere Kooperationspartner ist. Ziel der Kooperation ist die Bündelung des an den beteiligten Institutionen vorhandenen Wissenschaftspotenzials auf dem Gebiet der Stadt- und Regionalforschung.

Das Forschungsnetzwerk Ruhr hat bereits mehrere Vortragsreihen zu Metropolregionen organisiert. Im Wintersemester 2005/2006 lag der Schwerpunkt auf deutschen Metropolregionen und ihrer Positionierung im europäischen Städtenetz. Daran anknüpfend wurden im Sommersemester 2006 die europäischen Metropolregionen London und Randstad zur Diskussion gestellt. Die dritte Vortragsreihe schloss diesen Zyklus und rückte im Wintersemester 2006/2007 außereuropäische Metropolregionen in den Mittelpunkt. Die Kolloquienreihe des Forschungsnetzwerks wurde bis zum Sommer 2008 mit sechs Vorträgen im Rahmen der Kolloquienreihe „Metropolregionen in der Wissensökonomie“ fortgesetzt.

Unter dem Titel „Metropolis und Region“ erscheint im Verlag Dorothea Rohn unter der redaktionellen Leitung von SURF eine Schriftenreihe, in der unter anderem Sammelbände mit ausgewählten Beiträgen zu den durchgeführten Kolloquienreihen sowie einschlägige Dissertationen und Forschungsarbeiten veröffentlicht werden.

Weitere Informationen zum Forschungsnetzwerk unter: www.surf-ruhr.de