Exkursionen

Teneriffa-Exkursion 27.03.-10.04.2004

„Von der Halbwüste in den Schnee“

Von links vorn nach rechts hinten: Kirsten Thiemann, Astrid Goldmayer, Stefanie Heinze, Andrea Becker, Sandra Janz, Kerstin Endres, Prof. Dr. Thomas Schmitt, Christian Stieber, Stephanie Ottofülling, Miles Taylor, Tobias Greilich, Dirk Faust, Sina Klöpping, Bettina Götte, Mareike Reuther, Laura Nagy, Jörg Düntgen, Axel Möller, Helge Hassler, Anders Krosch und
Andrea Dibowski









Abb. 1: Blick auf den schneebedeckten Teidegipfel
(Fotosammlung 2004)

 

Die größte Insel der Kanaren liegt circa 300 km westlich von Afrika und über 1000 km vom spanischen Festland entfernt. Der 3718 m hohe Teide im Zentrum der Vulkaninsel stellt die höchste Erhebung Spaniens dar und wird mit dem „Titel“ der dritthöchsten Vulkaninsel der Erde gerühmt. Diese Erhebung ist dafür verantwortlich, dass die Landschaft Teneriffas eine so große Vielfalt in ihrer Ausprägung aufweist. So ist der feuchte Norden durch den Einfluss des niederschlagsbringenden Nordost-Passates beeinflusst, während der Süden durch weniger als 100 mm Jahresniederschlag schon eher wüstenartige Landschaften hervorbringt.
Die Exkursion sollte dazu dienen, die unterschiedlichen klima- und höhenbedingten Landschaftstypen kennen zu lernen, auf ihre Wirkungszusammenhänge hin zu untersuchen und zu verstehen. Dabei standen die auf Teneriffa gut zu erkennenden vegetationsgeographischen Höhenstufen im Vordergrund (siehe Abb. 2). Darüber hinaus wurden untergeordnet anthropogene Problemstellungen behandelt, die im Hinblick auf den Tourismus, die Landnutzung und den Naturschutz untersucht wurden.

 











Abb. 2: Höhenstufengliederung der Vegetation

 

Die Höhenstufung der Vegetation wurde durch eine Vielzahl von Standorten auf der Exkursion erkundet, die sich über die gesamte Insel verteilten. Um die Unterschiede zwischen dem durch den Passatwind beeinflussten Norden und dem sehr trockenen Süden herauszuarbeiten, wurden alle Vegetationsstufen auf beiden Seiten der Insel bereist.
Der SUKKULENTENBUSCH (siehe Abb. 2), die untere Vegetationsstufe Teneriffas, ist gekennzeichnet, wie der Name schon vermuten lässt, durch die Dominanz von Sukkulenten, Pflanzen die sich durch spezielle Wasserspeichermechanismen an die Wasserknappheit (< 100 mm Niederschlag im Jahr) angepasst haben. Die hier prägende Art ist die überaus eindrucksvolle Kanarenwolfsmilch (Euphorbia canariensis), die aufgrund ihrer Wuchsform ein eigenes Mikroklima im Inneren ausbilden kann (siehe Abb. 3)

 








Abb. 3: Kelchförmiger Wuchs der Euphorbia canariensis (Fotosammlung 2004)

 

In der nächst höheren Stufe schließt auf der Nordseite der LORBEERWALD (Laura silva) (siehe Abb. 4) an, der ein Relikt aus dem Tertiär darstellt. Der Lorbeerwald, dessen Verbreitung auf Teneriffa an den Einfluss des Passatwindes geknüpft ist, stellt vor allem aus vegetationsgeographischer Sicht eine Besonderheit dar, weil hier vor allem hier endemische Arten verbreitet haben.

 









Abb. 4: Farnreicher Lorbeerwald im Nebel (Fotosammlung 2004)

 

An den Lorbeerwald schließt sich mit zunehmender Höhe der KIEFERNWALD an. Er ist durch das dominante Auftreten der Kanarenkiefer (Pinus canariensis) gekennzeichnet, die mit dem in größerer Höhe herrschenden Wassermangel durch die Morphologie ihrer Nadeln gut zu recht kommt (siehe Abb. 5).

 









Abb. 4: Farnreicher Lorbeerwald im Nebel (Fotosammlung 2004)

 

Die eindrucksvolle, raue Vulkanlandschaft stellt für die Lebewesen in dieser Region eine große Herausforderung dar. So sind diese Gebiete (Canadas, Teide) vor allem für Endemiten von großer Bedeutung. Hier findet man neben dem auffälligen buschig wachsenden Teideginster (Spartocytisus supranubium) (siehe Abb. 7b) auch das kleine zierlichen Teideveilchen (siehe Abb. 7a).