Exkursionen

Hessen & Thüringen Exkursion Juni 2007

Im Rahmen der Exkursion vom 7.6.-10.06.2007 besuchte die AG Landschaftsökologie ökologisch wertvolle und floristisch interessante Naturräume in Osthessen und Thüringen. Erster Programmpunkt war die über Gips ausgebildete Wacholderheide im Naturschutzgebiet Kripp- und Hielöcher nahe Eschwege. In der Begleitflora auf im Schutzgebiet integrierten Ackerstandorten waren mehrer Rote-Liste-Arten  vertreten, so der Feldrittersporn (Consolida regalis) und Gewöhnliche Frauenspiegel (Legousia speculum-veneris).














Gewöhnlicher Frauenspiegel
(Legousia speculum-veneris)

 

Weitere aufgesuchte Naturschutzgebiete waren das NSG Konstein bei Wanfried mit  basophilen Buchenwäldern auf Kalkstein und ein NSG in der Flußaue der Fulda bei Breitenbach. 












Hain-Wachtelweizen (links) und Türkenbundlilie im NSG Konstein

 

Besonders beeindruckend war die Besteigung des Monte Kali am zweiten Exkursionstag. Diese größte Halde Europas besteht aus Steinsalz des Zechsteins, das als Abfallprodukt beim Abbau von Kalisalzen anfällt. Im Umfeld des Monte Kali wurden anthropogene Binnensalzstellen mit halophilen Arten (z.B. Salicornia europaea agg.) begutachtet.

 

Das im Biosphärenreservat Rhön gelegene Naturschutzgebiet Dreienberg  hielt ebenfalls einige floristische Besonderheiten bereit. Im naturnahen Kalkbuchenwald fanden sich mehrere Orchideenarten, z.B. das Rote Waldvögelein (Cephalanthera rubra) und in den angrenzenden Wildäckern der stark gefährdete Orientalische Ackerkohl (Conringia orientalis).












Wildacker im NSG Dreienberg, am Horizont die Vulkankegel der Kuppenrhön

 

Am dritten Exkursionstag waren der Nationalpark Hainich mit seinem Baumwipfelpfad und die Kammlagen des Thüringer Waldes bei Oberhof Ziel der Exkursion.  Anschließend erkundete die Exkursionsgruppe die Hänge unterhalb der Burg Gleichen. Die hier anstehenden bunten Mergelschichten des Mittleren Keupers wurden durch historische Bodenerosion von zahlreichen Kerben zerschnitten und sind weitgehend vegetationsfrei.












Zerschluchtete bunte Mergelschichten unterhalb der Burg Gleichen

 

Am letzten Tag ging es in den Naturpark „Hoher Meißner“. Beim „Hohen Meißner“ handelt es sich um den Abtragungsrest eines Vulkankegels, der braunkohleführende Schichten des Tertiärs überdeckt. Der Abbau von Braunkohle und Basalt hat einen imposanten Steinbruch hinterlassen. Die Blockhalden an den Hängen entstanden hingegen auf natürliche Weise durch intensive Frostverwitterung unter periglazialen Bedingungen












Blockhalde am „Hohen Meißner“

 

Das Ende der gelungenen Exkursion bildete auf der Rückfahrt nach Bochum ein Besuch des Alme-Quelltopfes bei Brilon mit interessanten Wasserpflanzen und Forellenbeständen.