Exkursionen

Andalusien-Exkursion (20.3.07 – 29.03.07)

Im März diesen Jahres unternahm die Arbeitsgemeinschaft „Landschaftsökologie“ des Geographischen Institutes der Ruhr-Universität unter Leitung von Prof. Schmitt eine Exkursion nach Andalusien. Die Exkursionsroute wurde entlang eines Niederschlagsgradienten orientiert und führte von der trockensten Region Europas im Osten Andalusiens, dem Cabo de Gata und der Desierto de Tabernas hin zum niederschlagsreichsten Gebiet Andalusiens, der weiter westlich und höher gelegenen Sierra Grazalema. Übergeordnetes Ziel der Exkursion war es, die Auswirkungen von unterschiedlichen Niederschlagsbedingungen im mediterranen Klimaraum auf das Erscheinungsbild der Landschaft, vor allem hinsichtlich der Ausprägung von Landschaftsformen, Vegetationstypen und Landnutzung kennen zu lernen. Der Klima- und Niederschlagsgradient war während der Exkursion lehrbuchmäßig ausgebildet. Während für die Teilnehmer in der Trockenregion (Jahresniederschlag 180 mm) große, extrem trockene Hitze erfahrbar wurde, warteten auf die Exkursionisten in der Sierra Grazalema heftige Regenfälle und verdeutlichten die Bedeutung einer jährlichen Niederschlagsmenge von 2200 mm.

 






Fotos:
Traumstrand am Cabo da Gata und Korkeichen im Nebel in der Sierra Grazalema

 

Ausgangs- sowie logistischer Dreh- und Angelpunkt der Exkursion war Malaga, wo zu Beginn eine Einführung in kulturgeographische Aspekte von Stadt und Region gegeben wurde. Von hier aus startete die Exkursion zum 200 km weiter östlich gelegenen Cabo de Gata, das aufgrund seiner extremen Klima- und Vegetationsbedingungen auch als ein „Stück Afrika auf dem europäischen Kontinent“ bezeichnet wird. Auf dem Weg dorthin wurde die Tropfsteinhöhle in von Nerja besucht, in welcher sich der größte Stalagnat der Welt befindet.

 

Im Naturpark Cabo de Gata wurde die sehr gut erhaltene psammophile und halophile Küstenvegetation studiert.







Foto: Salines de Cabo de Gata

In der Desierto de Tabernas, der einzigen echten Halbwüste in Europa, waren neben den botanischen Besonderheiten, wie den hier vorkommenden Florenelementen der Sahara vor allem die weitläufigen Gipslandschaften und eindrucksvolle Ramblas (Wadis) mit angrenzenden Badlands Gegenstand des Interesses.




Foto: Badlands in der Desertio de Tabernas

Nach kurzem Zwischenstopp in Malaga wurde Granada aufgesucht, wo die Alhambra und der Albaicin, das alte maurische Stadtviertel im Mittelpunkt der Betrachtung standen. Ein Abstecher in die Sierra Nevada, in 2600 m Höhe, bot Gelegenheit den höhenbedingten Vegetations- und Landschaftswandel in einem mediterranen Hochgebirge kennen zu lernen..



Foto: Dornpolstergesellschaft in der Sierra Nevada

Auf der Rückfahrt nach Malaga vertiefte eine mit zahlreichen Erläuterungen versehene Wanderung durch die eindrucksvolle Karstlandschaft des Torcal das Verständnis für deren Genese.



Foto: Lösungsdoline (links) und beeindruckende Felsformationen (rechts) im El Torcal Massiv

An den beiden letzten Tagen startete die Exkursion in Richtung des feuchten Extrems des Niederschlagsgradienten, die Sierra Grazalema. Der Hinweg ermöglichte den Besuch der alten Schmugglerstadt und Wiege des Stierkampfes Ronda. Trotz des schlechten Wetters in diesem unter dem Einfluss von atlantischen Luftmassen stehenden Gebietes wurde mit zahlreichen kleineren und mittleren Wanderungen die enorme Biodiversität hier in Augenschein genommen. Besonderes Augenmerk galt den Wäldern und ihren Besonderheiten wie der Korkeiche (Quercus suber) und der fast ausschließlich nur an Nordhängen vorkommenden Igeltanne (Abies pinsapo). Ein weiterer Höhepunkt der Exkursion war die beeindruckende Höhlenwanderung durch die „Cueva de la Pileta“, deren meso- und neolithische Felsmalereien eine kulturhistorische Besonderheit darstellen (die leider nicht photographiert werden durfte).