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AG Gesellschaft und Nachhaltigkeit im Wandel


Neuerscheinung

Kamlage, Jan-Hendrik; Engler, Steven (Hrsg.) (2019): Dezentral, partizipativ und kommunikativ - Zukunft der Energiewende. Nordhausen: bautz Verlag.

Die Energiewende ist Ausdruck des gemeinschaftlichen Glaubens an die Gestaltbarkeit der komplexen Welt im Zeitalter des Anthropozäns. Aus einer sozial- und kulturwissenschaftlichen Perspektive prägen verschiedene Zielkonflikte und Spannungsverhältnisse das Transformationsgeschehen. Dabei lassen sich Fehlentwicklungen diagnostizieren wie etwa eine naive Technikgläubigkeit und eine ungenügende Integration nicht-technischer und gesellschaftlich-kultureller Aspekte bei der Gestaltung der Wende. Der Sammelband "Dezentral, partizipativ und kommunikativ - Zukunft der Energiewende" thematisiert ausgewählte Aspekte der Spannungsverhältnisse und analysiert Phänomene und Probleme der Gegenwart aus einer sozial- und kulturwissenschaftlichen Perspektive, um Lösungen für die drängenden Aufgaben zu finden. Diese Perspektive zeichnet sich durch eine stärkere Kontextualität und eine ganzheitliche, disziplinübergreifende Sicht auf den Forschungsgegenstand aus. Die Beiträge entstammen dem wachsenden Forschungsfeld der inter- und transdisziplinären Transformationsforschung und adressieren das Zusammenspiel technischer, sozialer und demokratischer Innovationen und Dimensionen der Energiewende.

Weitere Informationen, Leseprobe und Bestellung unter: https://content.bautz.de/neuerscheinungen-2020/9783959484435.html


Arbeitsgruppe Gesellschaft und Nachhaltigkeit im Wandel

 

Gesellschaftliche Entwicklungen zeichnen für gravierende Veränderungen der Ökosysteme verantwortlich. Der Erhalt planetarer Lebensgrundlagen lässt sich nur durch tiefgreifenden Wandel erreichen. Die Energiewende sowie die nachhaltige Nutzung von Flächen und Ressourcen konstituieren Herausforderungen, die allein durch technische Lösungen nicht wirksam adressiert werden können.

Wie eine nachhaltige Transformation gelingen kann, erforscht unter Leitung von Dr. Steven Engler die AG Gesellschaft und Nachhaltigkeit im Wandel. Seit Juli ist sie Teil des Lehrstuhls Landschaftsökologie und Biogeographie von Prof. Dr. Thomas Schmitt. In drei Projekten beschäftigen sich derzeit vier Mitarbeiter*innen mit Fragen der Energiewende, Plastikvermeidung und multifunktionaler Raumnutzung. Dr. Steven Engler ist außerdem Co-Leiter des Virtuellen Instituts „Transformation – Energiewende NRW“, eines Forschungsverbunds, der sich mit sozio-ökonomischen und kulturellen Implikationen der Energiewende unter Berücksichtigung der spezifischen Rahmenbedingungen in Nordrhein-Westfalen befasst.

 

Öffentliche Veranstaltungen des Projektes EnerTrend führen zu lebhaften Diskussionen über Megatrends und Nachhaltigkeit. Foto: Jenny Zorn

 

Das Projekt EnerTrend – Systemische Analyse von Wechselwirkungen der Energiewende in NRW mit zentralen Megatrends wird vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW gefördert. Hier gilt es zu erforschen, was einen Megatrend auszeichnet, welche Megatrends von Relevanz sind, insbesondere in den Regionen Nordrhein-Westfalens, und welche positiven oder negativen Auswirkungen sie auf das Großprojekt Energiewende bereits zeitigen und potentiell in Zukunft haben könnten.

Plastikmüll ist ein unvermeidlicher Output unserer heutigen Konsum- und Wegwerfgesellschaft. Doch wie lässt sich die gerade noch akzeptable Menge an Kunststoff in der Umwelt feststellen? Wie ließe sich daraus ein Pro-Kopf-Budget ableiten und wie sensibel sind Bürger*innen und Wirtschaftsakteur*innen schon heute für die Problematik des Plastikmülls? Diesen Fragen gehen das Fraunhofer Institut UMSICHT und die Mitarbeiter*innen der AG Gesellschaft und Nachhaltigkeit im Wandel im vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt PlastikBudget – Entwicklung von Budgetansatz und LCA-Wirkungsabschätzungsmethodik für die Governance von Plastik in der Umwelt nach.

Das BMBF-geförderte Projekt JaC-Lab: Integriertes regionales Klimalabor Nord-Jakarta und Hafen – Stakeholderanalyse und -kommunikation zielt auf die Integration von Maßnahmen im Kontext des Klimawandels in die Agenda einer nachhaltigen Stadtentwicklung in Jakarta ab. Das Projekt befasst sich mit der nachhaltigen, multifunktionalen Raumgestaltung unter der normativen Vorgabe partizipativer Demokratie. Konkretisiert wird dies in Stakeholderprozessen, Living Labs, und Empowerment-Prozessen. 

 

Das Team der Arbeitsgruppe stellt sich vor

 

 

Dr. Steven Engler ist promovierter Geograph und Leiter aller Projekte der Arbeitsgruppe Gesellschaft und Nachhaltigkeit im Wandel und des Virtuellen Instituts „Transformation – Energiewende NRW“. Er hat Geographie an der RUB studiert und anschließend als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung gGmbH (ILS) in Dortmund und am Institut für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik (IEE) in Bochum gearbeitet. Am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen war er Co-Leiter des Forschungsbereichs Partizipationskultur. Seine Promotion hat er 2013 an der Justus-Liebig-Universität Gießen über den Themenkomplex der Nahrungsmittelunsicherheit und Klimaextremen abgeschlossen.

Emily Drewing ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt EnerTrend. Die Sozialwissenschaftlerin und Gerontologin beschäftigt sich außerdem mit der Entstehung, Verstetigung und Reichweite bürgerschaftlichen Engagements in verschiedenen Kontexten – etwa in Energiegenossenschaften, deren soziale Exklusivität und transformativen Potenziale sie für ihre Dissertation in Anwendung qualitativer Methoden der Sozialforschung ergründet, sowie in Nachbarschaften und Wohnquartieren.

Nora Schecke arbeitet im Projekt EnerTrend des Virtuellen Instituts. Sie hat Soziologie an der Universität Duisburg-Essen und Sozialwissenschaft an der RUB studiert. Seit 2015 arbeitet sie in verschiedenen Projekten zu Nachhaltigkeit und Partizipation und ist seit 2018 wissenschaftliche Mitarbeiterin.

Stefan Schweiger ist Teil des Koordinatorenteams des Virtuellen Instituts, arbeitet im Projekt EnerTrend, koordiniert das Projekt PlastikBudget und das Projekt JaC-Lab. Der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann hat Politikwissenschaft, Volkskunde/Europäische Ethnologie sowie Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Augsburg und an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster studiert. Er promoviert über Narrative der Energiewende an der Universität Potsdam. Seit 2014 ist er in verschiedenen wissenschaftlichen Nachhaltigkeitsprojekten tätig. 

Jenny Zorn ist Teil des Koordinatorenteams des Virtuellen Instituts und arbeitet im Projekt EnerTrend. Sie hat Philosophie und Sozialpsychologie/-anthropologie an der RUB studiert und promoviert über philosophische Implikationen der Energiewende an der Bergischen Universität Wuppertal. Seit 2015 arbeitet sie in verschiedenen Projekten des Virtuellen Instituts.

Julia Janik studiert Wirtschaft und Politik Ostasiens im Bachelor und arbeitet seit Juli 2018 als Studentische Hilfskraft im Projekt EnerTrend.

Matthias Wolf studiert Philosophie und Anglistik im Bachelor und arbeitet seit Juli 2018 als Studentische Hilfskraft im Projekt EnerTrend.

Alexander Moorkamp studiert Geographie im Bachelor und arbeitet seit Dezember 2019 als Studentische Hilfskraft im Projekt EnerTrend.