Forschungsprojekte

Kontexteffekte räumlicher Strukturen auf Dimensionen der Gesundheit

Ziel: Das Promotionsprojekt hat zum Ziel, den Zusammenhang zwischen Raum und Gesundheit aus sozialgeographischer Sicht genauer zu analysieren, sodass sozialräumliche Einflusse auf verschiedene Dimensionen von Gesundheit bestimmt werden können. Konkret geht es am Beispiel von Kindergesundheit (z. B. allgemeiner Entwicklungs-zustand, Übergewicht, Zahnstatus, Teilnahme an Früherkennungs-programmen, etc.) in der Stadt Mülheim an der Ruhr darum, Kontexteinflüsse von Settings (z. B. Kita, Schule, Nachbarschaft des Wohnortes, Vereine, usw.) aufzuzeigen und deren Größe im Vergleich zu Individualmerkmalen zu bestimmen. Der Einfluss von Kontextmerkmalen auf Kindergesundheit ist von großem sozialpolitischen Interesse, da solche (negativen) Effekte beispielsweise Kinder aus sozial benachteiligten Familien zusätzlich in ihrer gesundheitlichen Entwicklung benachteiligen. Solche Kontexteffekte konnten bereits in den Dimensionen
Bildung, Arbeitslosigkeitsrisiko oder Kriminalität nachgewiesen werden; dies sind alles Hinweise auf Strukturen konzentrierter Benachteiligung von
Personen mit niedrigem sozialen Status. Die zusätzliche Benachteiligung durch Armutsquartiere wird im Zuge des aktuellen demographischen und wirtschaftsstrukturellen Wandels, insbesondere im Ruhrgebiet, immer ausgeprägter werden, wenn keine konkreten, kleinräumigen, sozialpolitischen Interventionen vorgenommen werden. Methodik: Im Promotionsprojekt sollen vor allem prozessproduzierte Daten der amtlichen Statistik und der Schuleingangsuntersuchung kombiniert und analysiert werden. Durch die Kooperation mit der Stadt Mülheim an der Ruhr wird es möglich sein, innerhalb der Räume der abgeschotteten Statistikstelle der Stadt Mülheim die Analysen grundsätzlich kleinräumig durchzuführen sowie Informationen aus verschiedenen Datenquellen zu kombinieren. Die Abgrenzung der Sozialräume kann unabhängig von bisherigen administrativen Gebietseinheiten (Stadtteile, Stadtbezirke, etc.) durch diesen Datenzugriff erstellt werden, sodass die zu erstellenden Sozialräume homogene Gebilde hinsichtlich des sozialen Status der Bewohner sind. Um solche Kontexteffekte simultan mit Effekten des sozialen Status der Kinder und deren Familie schätzen zu können, werden unter anderem logistische Mehrebenenmodelle sowie Verfahren der räumlichen Statistik in GIS angewendet. Die erzielten Forschungsergebnisse werden der Stadt Mülheim an der Ruhr für konkrete kleinräumige Sozial- und Gesundheitsplanungen und Präventionsmaßnahmen zur Verfügung gestellt.

Kontakt

Projektleiter:
Thomas Groos
thomas.groos(at)rub(dot)de
Tel.: +49 234 32-23381

Betreuung des Promotionsprojektes:
Prof. Dr. Andreas Farwick
andreas.farwick(at)rub(dot)de
Tel.: +49 234 32-23356

Kooperationspartner:

Stadt Mülheim an der Ruhr
(Ansprechpartner: Volker Kersting,
Stadtforschung und Stadtstatistik;
volker.kersting(at)stadt-mh(dot)de)

ZEFIR (Zentrum für Interdisziplinäre Regionalforschung),
www.ruhr-uni-bochum.de/zefir/