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10.08.2022 09:22 Age: 49 Tage
Category: Geographie
By: Astrid Seckelmann

Quartiersmanagement im Studium: Sonja Hasenkamp koordiniert Governance in Gerthe


Bochumer Masterstudentin ist Quartiersmanagerin in Gerthe (Bochum Marketing, Andreas Molatta)

Studium und Beruf - ist das unter einen Hut zu bekommen?
Sonja Hasenkamp zeigt, dass das funktioniert! Sie ist Studentin des Masterstudiengangs Stadt- und Regionalentwicklungsmanagement und gleichzeitig Quartiersmanagerin in Bochum-Gerthe. Hier im Interview beschreibt sie ihre Tätigkeit im Quartiersmangement und wie sie Studium und Beruf vereinbart. Zudem gibt sie anderen Studierenden wertvolle Tipps mit an die Hand.

Wie kam es dazu, dass Sie Quartiermanagerin in Bochum-Gerthe wurden?
Unmittelbar nach dem Wechsel vom Bachelor in den Masterstudiengang Stadt- und Regionalentwicklungsmanagement habe ich ein Praktikum bei Bochum Marketing im Citymanagement Wattenscheid gemacht. Anschließend wurde mir eine zu dem Zeitpunkt ausgeschriebene Stelle im Quartiersmanagement Gerthe angeboten. Da mich die Thematik grundsätzlich interessiert und mir die Arbeit während des Praktikums viel Freude bereitet hat, habe ich diese Möglichkeit genutzt und im November 2021 meine Tätigkeit in Gerthe begonnen.

Was genau ist Ihre Tätigkeit dort?
Das Besondere an dem Stadtteil Gerthe ist, dass es dort eine Fußgängerzone gibt. Ich beschäftige mich also mit der Frage, wie sich diese attraktivieren lässt und wie die Zukunft des Zentrums aussehen soll. Dafür bin ich die Ansprechpartnerin für die Akteure vor Ort. Dazu zählen Institutionen, Vereine und Bürger*innen, aber auch Gewerbetreibende wie die lokalen Einzelhändler. Zu meinen Tätigkeiten zählt also auch die Organisation von runden Tischen mit diesen Akteuren. Dort diskutieren wir die diversen Themen rund um Gerthe und entwickeln gemeinsame Aktionen oder Projekte. Zum Teil gehört dazu auch das Aufzeigen von Unterstützungsangeboten. So gibt es im Rahmen des Bochum-Fonds die Möglichkeit Fördergelder für bürgerschaftliches Engagement zu beantragen.  

Welche bisherigen Veranstaltungen und Inhalte des Studiums sind Ihnen dabei
behilflich gewesen?

Definitiv das Seminar „Governance in Städten und Region“ von Herrn Gornik, in dem  die komplexen Beziehungen zwischen Akteuren thematisiert wurden. Diese theoretische Untermauerung hilft mir sehr bei der praktischen Arbeit im Quartiersmanagement. Die Inhalte der „Urbane Räume“- und „Räumliche Planung“-Vorlesung sind als Grundlage selbstverständlich auch sehr nützlich.

Wie schaffen Sie es sowohl Studium als auch Beruf unter einen Hut zu bekommen?
Das kann manchmal schon herausfordernd sein. Ein großer Vorteil ist allerdings die zeitliche Flexibilität sowohl meines Studiums als auch meines Berufs. Ich habe zwar meine festen Arbeitszeiten und ein Pensum von 20 Wochenstunden, jedoch muss ich mich selbstverständlich auch den Akteuren vor Ort, als meinen Gesprächspartnern, zeitlich anpassen und das ist mit dem Studium bisher gut zu vereinen gewesen. Die geringe Präsenzzeit im Master und der deshalb höhere Anteil des Selbststudiums hilft da natürlich enorm.

Wie sieht Ihre aktuelle Planung für die Zeit nach dem Studium aus? Bleiben Sie Gerthe erhalten?
Meine Stelle ist zunächst erst einmal auf drei Jahre befristet. Grundsätzlich möchte ich in diesem Bereich aber sehr gerne bleiben. Ich hätte zu Beginn meines Masters nicht gedacht, dass ich so schnell meinen Platz finden werde und dass mir diese Tätigkeit so viel Freude bereitet. Auch im Ruhrgebiet möchte ich gerne bleiben.

Bonusfrage: Hätten Sie Tipps für andere Studierende, die einen ähnlichen Weg
planen?

Sich initiativ bewerben, dass kann auf jeden Fall sinnvoll sein. Mein Praktikum bei Bochum Marketing, über welches ich zu meiner jetzigen Stelle kam, ging aus einer Initiativbewerbung hervor. Auch sollte man sich nicht davor scheuen, breit gefächert zu suchen. Oft steht Geographie nicht explizit in einer Stellenausschreibung. Ich denke jedoch, dass wir mit unserem Studium wirklich sehr gut aufgestellt sind, gerade aufgrund der Interdisziplinarität. Ansonsten ist es natürlich immer förderlich, sich auch abseits des Studiums Wissen anzueignen.