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31.08.2018 08:35 Age: 18 Tage
Category: Geographie
By: Edler

Ein Beitrag über den dynamischen urbanen Strukturwandel in Tallinn

jüngst veröffentlicht in der „Geographischen Rundschau“ (GR)


Am Fuße der mittelalterlich geprägten Altstadt Tallinns („Vanalinn“) und hinter dem „Baltischen Bahnhof“ liegt ein umfunktioniertes Industrieareal, das seit Ende der 2000er Jahre vielseitig als Kreativquartier („Telliskivi Loomelinnak“) erschlossen wurde und weiterhin expandiert. Foto: © Telliskivi Creative City

Im August 2017 reisten die RUB-Geographen Dr. Christian Hundt (heute Mitarbeiter am Thünen-Institut für Ländliche Räume, Arbeitsbereich Wirtschaft und Arbeit, Braunschweig) und Dr. Dennis Edler mit Studierenden auf Exkursion ins Baltikum, um wirtschafts- und stadtgeographische Transformationsprozesse der drei baltischen Hansestädte Tallinn, Pärnu und Riga vor Ort zu beleuchten. Tagesexkursionsziele mit Expertengesprächen bildeten dabei u.a. zentrumsnahe Quartiere in Tallinn, die in den letzten beiden Jahrzehnten grundlegende strukturelle Veränderungen erfahren haben. Dazu zählen das „Rotermanni Kvartal“ sowie das Kreativquartier „Telliskivi Loomelinnak“.

Estlands Hauptstadt Tallinn hat seit der Auflösung der Sowjetunion einen rasanten Wandel erlebt. Der Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft ermöglichte die Privatisierung und multifunktionale Umnutzung ehemals industriell genutzter Areale. Zwischen dem mittelalterlich und hanseatisch geprägten sowie als UNESCO-Weltkulturerbe deklarierten Altstadtkern und dem Hafengebiet befanden sich mehrere marode post-industrielle Brachflächen, die ab den 2000er-Jahren umfunktioniert wurden und heute vor allem durch die ansässige Kreativwirtschaft moderne Jobs im Dienstleistungssektor anbieten sowie neue Möglichkeiten des urbanen Lebens in der Hauptstadt fördern. Zudem werden im Umfeld der Quartiere Gentrifizierungsprozesse sichtbar.

Animiert durch die Eindrücke auf der Exkursion und durch Studien der Arbeitsgruppe um Prof. Tiit Tammaru (Chair of Human Geography an der ERASMUS-Partneruniversität in Tartu) können Dennis Edler und Christian Hundt nun einen Fachartikel zum Thema „Wirtschaftliche und urbane Transformation in Tallinn“ anbieten, der nach Peer-Review-Verfahren im aktuellen Heft (9/2018) der Geographischen Rundschau (GR) erschienen ist.

 

Vollständige bibliographische Angabe des Beitrags:

Edler, D. und Hundt, C. (2018): Wirtschaftliche und urbane Transformation in Tallinn. Der Wandel zentrumsnaher Industrieareale. In: Geographische Rundschau, 70 (9), S. 42-46.