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Herzlich Willkommen in der Arbeitsgruppe Bodenkunde / Bodenökologie

Böden bilden die lebensnotwendige, dünne Haut der Erde. Die Bodenkunde beschäftigt sich daher mit den chemischen, physikalischen und biologischen Prozessen, die für den Erhalt wichtiger Funktionen im Wasser- und Stoffhaushalt von Ökosystemen bedeutsam sind. Zum anderen gilt es, Böden vor Schäden durch falsches Management, durch Erosion oder durch Schadstoffeinträge zu bewahren, damit sie ihre Funktionen weiter erfüllen können.


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Bodenlos? - Böden schützen!

Um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die große Bedeutung von Böden für den Erhalt dieser Funktionen zu lenken, gibt es auf internationaler und nationaler Ebene Aktionen, die die Schutzwürdigkeit der Böden hervorstellen.

In diesem Rahmen wurde das Jahr 2015 von der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) zum „Internationalen Jahr des Bodens“ ernannt. Weiterhin findet jährlich am 5. Dezember der „Weltbodentag“ statt, welcher von der Internationalen Bodenkundlichen Union (IUSS) ausgerufen wird.

Aus dem „Internationalen Jahr des Bodens“ ist das Projekt „Bodenatlas Deutschland“ der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hervorgegangen. Als Ergebnis dieses Projektes ist der „Bodenatlas Deutschland - Böden in thematischen Karten“ entstanden, welcher umfassende Informationen über die Böden Deutschlands enthält.

 

die Bodenkunde-AG beschäftigt sich Derzeit mit folgenden Forschungsschwerpunkten:

Prozesse und Einflussfaktoren des Kohlenstoffumsatzes in Unterböden:

In der Forschergruppe "The forgotten Part of Carbon Cycling Organic Matter Storage and Turnover in Subsoils (SUBSOM)" untersuchen Bodenkundler um Prof. Dr. Bernd Marschner den Kohlenstoffzyklus im Unterboden. Unterhalb einer Tiefe von 30 cm sind über 50 % des Kohlenstoffs, der sich weltweit im Humus befindet, gespeichert. Über Umsatz und Verweilzeit dieser Kohlenstoffvorkommen ist nur sehr wenig bekannt. Ziel des Projekts ist zu klären, wie sich ein verändertes Klima oder eine veränderte Landnutzung auf diese Vorräte auswirkt. Zu diesem Zweck bestimmen die Wissenschaftler unter anderem Alter und Zusammensetzung verschiedener Humusbestandteile und Kohlenstoffflüsse und führen Versuche durch, bei denen Temperatur, Feuchtigkeit und Belüftung variieren. Die Ergebnisse wollen die zehn bundesweit tätigen Arbeitsgruppen für die Entwicklung neuer Computermodelle einsetzen. Eine besondere Herausforderung in dem Projekt ist, dass die Kohlenstoffkonzentrationen im Unterboden sehr gering sind und darüber hinaus räumlich und zeitlich stark schwanken. 

Ernährungssicherung durch Bodenverbesserung:

Im Rahmen des Programms zur globalen Ernährungssicherung (GlobE) findet ein Projekt statt, welches sich in den nächsten drei Jahren mit der Optimierung von urbanen und periurbanen landwirtschaftlichen Produktionssystemen in vier westafrikanischen Städten (Ouagadougou, Burkina Faso; Tamale, Ghana; Bamako, Mali; Bamenda, Kamerun) beschäftigt. UrbanFoodPLUS

Einfluss von Bewässerung mit städtischem Abwasser auf Bodeneigenschaften:

Die Forschungsgruppe der Bodenkunde untersucht im Rahmen eines trilateralen Forschungsprojekts (Israel, Palästina, Deutschland) der DFG mögliche Effekte auf physikalische Eigenschaften, Schadstofftransport, Dynamiken des Boden-Kohlenstoffs, mikrobielle Aktivität im Boden und Ernte-Qualität in Böden nachdem diese mit städtischem Abwasser bewässert wurden. DFG Trilateral Program

Einfluss kohlenstoffbasierter Nanopartikel auf den Verbleib von endokrin wirksamen Chemikalien in Böden

Im Rahmen eines Forschungsprojekts der DFG wird der Einfluss von unterschiedlich strukturierten Kohlenstoff-Nanoröhren auf den Abbau und Verbleib von organischen Schadstoffen in Abwässern, Klärschlämmen und Böden untersucht. Sowohl Sorptions- und Abbauversuche als auch Mineralisierungsstudien, Extraktionsversuche und Messungen von Enzymaktivitäten, Partikelgrößen und Zeta-Potentialen sollen Auskunft über die Toxizität und den Abbau organischer Schadstoffe unter Einfluss von Kohlenstoff-Nanoröhren geben. Dies soll als Grundlage für eine mögliche Risikoabschätzung hinsichtlich der Mobilität von Nanopartikeln in wässrigen Lösungen und Böden dienen.

 


Themen für B.Sc.-/B.A.- und M.Sc.-Arbeiten

  • Räumliche Variabilität von Enzymaktivitäten auf einer Kahlschlagfläche in der Eifel (Kooperation mit FZ Jülich). (Betreuer: Prof. Dr. Bernd Marschner)

  • Enzymaktivitäten in verschütteten Horizonten von Tiefumbruchböden (Kooperation mit Braunschweig). (Betreuer: Prof. Dr. Bernd Marschner)

  • Eignung von Biokohle, Biokohlekompost und anderen organischen Zuschlagstoffen zur Rekultivierung von Emscheraushubmaterial (Labor- und Feldversuche). (Betreuer: Prof. Dr. Bernd Marschner)

  • Einfluss von Biokohle auf die Nährstoffretention in abwasserbewässerten afrikanischen Böden (Laborversuche). (Betreuer: Prof. Dr. Bernd Marschner, M.Sc. Steffen Werner, Dipl-Geogr. Volker Häring)

  • Weitere Themen auf Anfrage